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Brief van Thomas Mann aan Menno ter Braak vanuit Huis ter Duin, gedateerd 24 juli 1939. Daarin beschrijft hij onder meer dat hij die dag op het strand de laatste hand had gelegd aan hoofstuk 7 (‘een gedurfd hoofdstuk’)  van ‘Lotte in Weimar’, zijn grote roman over Johann Wolfgang von Goethe. De brief nog eens in boekstaven:

Lieber Dr. ter Braak, jedes Wort habe ich lesen können. Was einen angeht, kann man schon lesen. Ihrerseits müssen Sie meine infantile Lateinschrift entschuldigen. Ich schreibe eigentlich so; das wäre nichts für Sie. Ihre lebendige Anteilnahme am ‘Schopenhauer’ war mir eine grosse Freude. Wahr ist, dass ich selten etwas so rasch und leicht geschrieben habe – es lag alles bis in den Ausdruck hinein bereit und war nur eine Sache leichter Anordnung. Eigentlich sollte man wohl über nichts schreiben, was man nicht so beherrscht – und seit so langem. Auf S. 18 ist ein Satz vor lauter Leichtigkeit und Beherrschung völlig aus der Konstruktion gefallen. Es muss etwa heissen: ‘Wenn aber die Lehre Sch. ‘s, auf die nun die Rede kommen soll, und die Kraft der Dynamik ihrer Wahrheit niemals ganz ‘abgetan’ sein wird, sich als etc.’

Sollten wir uns nicht mehr sehen vor unserer Abreise (aber ich hoffe das Gegenteil), so haben Sie hiermit Dank für die angenehmen Stunden diesmaligen Beisammenseins! Wir wollen immer in Kontakt bleiben. Heute habe ich einen guten Tag. Ich schloss am Strande das grosse VII Kapitel (ein sehr gewagtes) von ‘Lotte in Weimar’ ab. Es folgen nur noch zwei, und das Schwerste ist getan. Auch meine Frau grüsst vielmals, Ihr Thomas Mann

  Origineelvan de brief: Den Haag, Letterkundig Museum